Mittwoch, 23. Juli 2014

DER Tag .....

...... von dem ich bis zum Wochenende noch dachte, dass ich ihn nie erleben werde. Der Tag, an dem ICH zu hören bekomme, dass ich schwanger bin. Montag, der 21. Juli 2014, diesen Tag werde ich wohl nie vergessen.

Um 5.00Uhr morgens bin ich aufgewacht und war dann auch hellwach. Das passiert mir sonst nie ;)
Aber die Aufregung nach dem gestrigen Test mit dieser extrem hauchzarten 2. Linie war einfach groß und ich wollte unbedingt noch einen neuen Test mit Morgenurin machen, bevor ich zur Blutabnahme fahre. Doch dieser Test enttäuschte. Eine zweite Linie war zwar zu erahnen, aber sie war fast noch weniger zu sehen als die am Tag zuvor.Wenn da was wäre, müsste die Linie einen Tag später doch wohl deutlicher werden?! Es war schließlich schon Transfer +14. Mein Mann fluchte enttäuscht und traurig, für ihn war dieser Versuch vorbei. Er glaubte nicht, dass es geklappt hat und sagte mir, dass ich mir keine Hoffnung machen soll. Wollte ich auch gar nicht, denn auch meine Angst vor dem tiefen Fall war riesig, aber trotzdem keimte Hoffnung in mir, mehr, als an all den Tagen zuvor.

Am Empfang in der Klinik fragten die Schwestern gleich, ob ich schon selbst getestet hätte. Eigentlich wollte ich diesen Hauch von Nichts gar nicht erwähnen, aber so direkt gefragt druckste ich erst kurz rum und sagte dann doch zögerlich, was Sache ist. Die eine Schwester sagte: "Na dann schauen wir mal nach, Sie können schon einmal vor der Blutabnahme Platz nehmen!" und die zweite Schwester meinte bestimmt: "Wenn man irgendwas sieht, dann ist da auch was!"
Ich musste noch knapp eine halbe Stunde warten, bis ich dann dran kam. Die Schwester, die mir das Blut abnahm, fragte auch, ob ich schon getestet hätte und ich erzählte Ihr ebenfalls von den hauchzarten Linien. Sie war total optimistisch und erzählte mir, dass es bei ihrem zweiten Kind genauso war. So gut wie nichts zu sehen und trotzdem positiv. Sie fragte, ob ich noch Medikamente hätte, um diese dann weiterzunehmen - so als wäre schon völlig klar, dass ich sie dieses Mal weiter nehmen muss. Außerdem meinte sie noch: "Na da wird sich Frau Doktor ja freuen!" Ab 14 Uhr darf ich dann anrufen, um das Ergebnis zu erfahren.

Warten.

Die Aufregung war doll, aber mein Gefühl wurde irgendwie immer besser.

Um kurz vor 13Uhr klingelte dann plötzlich mein Telefon. Die Klinik! Ich lief schnell ins Büro, wo ich alleine und ungestört war. Mein Herz rutschte in die Hose. Und dann kam es: "Frau Vogelsang, ich will Sie jetzt mal erlösen. Also Sie sind auf jeden Fall schwanger!" Ab dann stand ich irgendwie neben mir, ich zitterte und weiß gar nicht mehr, was ich geantwortet habe. Aber ich glaube es war irgendein "Oh Gott - oh Gott - Gestammel" ;)  Irgendwann sagte die Schwester, die mir heute Morgen auch das Blut abgenommen hatte, mir dann, dass der Progesteronwert etwas schwächelt und ich deshalb noch einmal zum Nachspritzen vorbei kommen soll. Dafür sieht der HcG aber sehr gut aus mit knapp 700. Hatte ich das gerade richtig gehört? Um die 700? Total verwirrt fragte ich, ob das nun gut oder schlecht sei. Sie antwortete schmunzelnd: "Naja, eigentlich wollen wir zu dieser Zeit immer einen Wert von um die 100. Wieviel haben Sie denn einsetzen lassen?" Ich stotterte: "Äh .... 3!" und sie sagte: "Ok, da lass ich mich jetzt mal nicht zu Spekulationen hinreissen." Wir vereinbarten noch, dass ich dann nachmittags noch für die Progesteronsspritze vorbeikomme.  Und dann stand ich da, immer noch zitternd und musste mich erst mal eine Minute sammeln. Mehr Zeit hatte ich auch nicht, denn der Tag ging ja weiter und ich musste es irgendwie hinbekommen, dass mir keiner etwas anmerkt. Soll ich es meinem Mann sofort sagen? Nein, nicht auf der Arbeit und zwischen Tür und Angel, dafür war diese Nachricht zu besonders! Neben den Kollegen wartete außerdem eine Bekannte, denn sie hatte spontan und ohne Vorankündigung beschlossen, Ihre Mittagspause bei uns und mit uns zusammen zu verbringen. Oh Mann, das passte mir gerade irgendwie gar nicht in den Kram, ich war viel zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt. Ich war echt bemüht, so zu tun, als ob alles wie immer wäre. Aber es war schwer und ich weiß auch nicht, ob es mir gut gelungen ist. Denn eigentlich ging die ganze Zeit "Ich bin schwanger! Ich bin schwanger! Oh mein Gott, ich bin schwanger!" durch meinen Kopf, während ich bemüht war, ganz belanglosen Smalltalk zu halten. Außerdem trat da immer dieses breite Grinsen auf mein Gesicht.

Ich machte dann nicht so spät Feierabend und fuhr zur Klinik. Mittlerweile war es 16Uhr. Das breite Grinsen war wie ins Gesicht gemeißelt. Die Schwestern freuten sich alle mit und nach kurzer Wartezeit bekam ich dann eine weitere Progesteronspritze in den seitlichen Pomuskel. Aber selbst diese fiese Spritze habe ich heute gerne über mich ergehen lassen. Etwas Sorge macht mir das schon, dass der Progesteronwert schwächelt. Ich versuche mich zu beruhigen, dass das "Problem" ja durch die Spritzen behoben wird. Aber lieber und vor allem beruhigender wäre es natürlich schon, wenn alle Werte perfekt wären. Nächsten Montag gibt es dann noch mal ein neues Progesterondepot.  Dann haben wir noch den Termin zum ersten Ultraschall und der nächsten Blutuntersuchung in der ersten Augustwoche vereinbart und meinen weiteren Medikamentenplan besprochen. Sie meinte noch zum Abschied, dass ich mich schön schonen und mich melden soll, wenn ich eine Krankmeldung für die Arbeit brauche.
Kurz bin ich dann noch unserer Ärztin begegnet. Sie hat sich riesig gefreut und meinte lachend: "Das haben wir doch toll hinbekommen!" Sie ist einfach ein Goldstück und ich weiß, dass ihre Freude von Herzen kommt.

Auf dem Weg nach Hause bin ich dann noch bei der Buchhandlung angehalten. Irgendwie wollte ich meinen Mann überraschen uns so habe ich einen kleinen Ratgeber für werdendeVäter gekauft. Zuhause habe ich diesen noch schnell eingepackt und 10 Minuten später, es war mittlerweile etwa 18Uhr, kam dann auch mein Mann nach Hause. Er war noch recht geknickt und hatte auch bis jetzt nicht einmal nachgefragt, ob ich schon mit der Klinik telefoniert hatte, so sicher war er sich, dass es ja eh nicht geklappt hatte. Nachdem er mich im Arm gehalten hatte, gab ich ihm dann das Päckchen und sagte, dass ich ein kleines Geschenk für ihn habe. Er dachte wohl noch an einen Trostpreis ;) Als er das Buch sah, war er total verwirrt und dann konnte er es kaum glauben. Er fragte immer wieder, ob das wirklich wahr ist, sagte, wie traumhaft das ist und war so überglücklich. Seine Freude war so riesig, seine Reaktion einfach so toll.  Dieser Moment, in dem ich ihm sagen konnte, dass er Papa wird, war eindeutig der schönste des Tages! Vielleicht sogar der schönste Moment, den ich bisher im Leben hatte. Auf jeden Fall unvergleichbar. Ich bin so dankbar, dass ich das erleben durfte.

Zur Feier des Tages hat mein Mann mich dann noch bekocht, denn mittlerweile war ich doch recht platt, der 30°C heiße Tage, die Aufregung, das alles hat dann doch dafür gesorgt, dass ich mich schon am frühen Abend hundemüde fühlte.

Und dann war er irgendwann vorbei, DER Tag, von dem ich solange geträumt habe. Ich weiß noch nicht, wie alles ausgehen wird, aber der erste große Schritt, einen positiven Schwangerschaftstest zu haben, ist getan. Und das ist großartig.






Kommentare:

  1. Ein Traum! Ich freu mich sooo für dich - das gibt Hoffnung!

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  2. Wie toll ich habe eine Gänsehaut beim Lesen bekommen ich drücke dir so die Daumen für die Schwangerschaft und wünsche dir wirklich nochmals alles alles gute unbekannterweise liebe grüße vom Kätzchen

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  3. Wirklich rührend!
    Ich wünsche dir jetzt viel innere Ruhe, Kraft und positive Gedanken!
    Alles Liebe, Tine

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  4. Ach Lene, da kullern gleich meine Tränen, das ist so schön!!!

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  5. Ein wirklich super schöner unvergesslicher Tag!

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  6. Ich bin wieder sooooo spät dran.... Aber angesichts deiner Glücksgefühle wirst du mir wohl verzeihen :)
    Ich hab direkt feuchte Augen bekommen als ich das grad gelesen habe!!!!!
    Ich gratulier dir von ganzem Herzen!!!! Das ist unglaublich schön!
    Jipppppiiiii!
    Ein wirklich schöner Tag :)

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