Donnerstag, 18. September 2014

Vom Himmel in die Hölle - hoffentlich mit Rückfahrschein

14. SSW / 13+0

Vorgestern sah meine Welt noch traumhaft schön aus. Wir hatten einen Termin bei der Gynäkologin und unserem kleinen Urmel ging es bestens. Er war an dem Tag schon knapp über 6cm groß und damit in seiner Entwicklung 3 Tage voraus. Der Magen war mit Fruchtwasser gefüllt und funktioniert also, die Wirbelsäule sah gut aus, die Bauchdecke war schön geschlossen und das Kleine turnte wieder munter umher und hat uns auch dieses Mal wieder zugewunken. Der Wert der Nackenfalte betrug 1,6 und war somit gut und total unauffällig. Alles sah wieder perfekt aus und wir waren einfach glücklich.

Gestern Morgen zeigte der Radiowecker 5.36Uhr an, als ich aufwachte und der Schlüpfer nass war. Ich ging zur Toilette und sah nur noch rot. Hellrot, frisches Blut. In der Toilette, an meinen Beinen, am Toilettenpapier. Es war nicht ein bißchen, es war unheimlich viel. Ich war einfach nur geschockt und rief panisch nach meinem Mann. Danach wurde mir schwarz vor Augen und ich musste mich auf den Boden legen. Ich dachte einfach nur: Das wars.
Wir fuhren dann sofort in die Notaufnahme, zum Glück ist es zum Krankenhaus nicht allzu weit, so dass wir um 6.15Uhr schon aufgenommen wurden.Uns beiden war übel und wir fühlten uns hundeelend.
Sehr lange mussten wir gar nicht warten, aber es kam uns ewig vor. Die Ärztin fragte erst einiges ab und dann untersuchte sie mich. Auf dem Monitor des Ultraschallgerätes konnte ich unseren Urmel dann sehen. Er zappelte munter und das Herzchen schlug. Bei dem Anblick kullerten mir die Tränen. Vorher habe ich gar nicht geweint, weil ich einfach unter Schock stand und mich wie gelähmt fühlte. Auf dem Ultraschall und auch beim Abtasten konnte die Ärztin keine Ursache für die Blutung finden, sie gab also leichte Entwarnung. Aber das alles gut ausgeht konnte sie mir natürlich nicht versprechen. Sie meinte, dass so eine Blutung irgendwie immer ein Warnsignal des Körpers ist.
Dann durfte ich selbst entscheiden, ob ich im Krankenhaus bleibe oder wieder nach Hause fahre. Bettruhe müsse ich auf jeden Fall halten und da die Ärztin meinte, dass sie im Krankenhaus auch nichts weiter machen würden, entschieden mein Mann und ich uns für Zuhause. Die Ärztin meinte noch, wenn etwas schief geht, können sie zu so einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft im Krankenhaus auch nichts unternehmen. Also verließen wir um kurz nach 7Uhr wieder die Klinik und fuhren nach Hause.

Um kurz nach 8Uhr rief ich dann erst in der Kiwu-Klinik und dann bei meiner Gynäkologin an, so hatte es mir die Ärztin im Krankenhaus noch geraten.
Die Schwester in der Kiwu-Klinik nahm sich viel Zeit und war superlieb. Sie meinte, dass es ein gutes Zeichen sei, dass ich am Tag zuvor beim Frauenarzt war, denn es kommt wohl häufiger vor, dass Frauen nach der Untersuchung Blutungen haben und damit wäre das ja eine mögliche Ursache. Außerdem könne es sein, dass ich ein Hämatom hatte und dieses wurde nun durch die vaginale Ultraschalluntersuchung "angestossen". Sie sah es außerdem als positives Zeichen an, dass sich das Kleine im Ultraschall putzmunter gezeigt hat und dass ich während der Blutung keine Krämpfe hatte. Überrascht war sie nur, dass ich nach Hause durfte und nicht in der Klinik bleiben musste.

Beim Anruf bei meiner Gynäkologin kam heraus, dass sie mich auch noch sehen wollte. Also fuhren wir wieder los.
Auch sie stellte erst einige Fragen und machte dann noch einen Ultraschall. Wieder zeigte sich das Urmel fidel und das Herzchen schlug, wieder kullerten bei mir die Tränen. Auch sie konnte keine deutliche Ursache finden. Die Plazenta war unauffällig und an der richtigen Stelle, die Größe vom Gebärmutterhals war auch gut. Allerdings sah sie eine kleine dunkle Stelle, dort könnte eine kleine Blutansammlung oder Ablösung sein. Aber mehr dazu sagen konnte sie nicht, sie meinte, dass wir einfach abwarten müssen. Sie schrieb mich dann erst einmal für eine Woche krank und verordnete mir 2x täglich Progesteronkapseln und 1x täglich Magnesium. Nächste Woche muss ich nun wieder zur Kontrolle hin.
Ich bin so froh, dass mein Mann die ganze Zeit bei mir war. Obwohl es ihm auch sehr schlecht ging, hat er den klaren Kopf behalten und war für mich da.

Am frühen Nachmittag kam gestern noch einmal ein Schwung Blut, auch frisch, aber deutlich weniger als am Morgen. Seitdem zeigen sich immer noch einige Tropfen, aber es sieht nach altem Blut aus und mittlerweile sieht es wirklich nach dem Rest aus. Ich hoffe es so sehr.

Jetzt heißt es Liegen, Liegen, Liegen und Warten, Warten, Warten!
Das Warten ist einfach grausam. Manchmal bin ich optimistisch und denke, dass alles gut wird. Und dann wieder habe ich so negative Gedanken und denke, dass das doch gar nicht gut ausgehen kann. Ich habe einfach Angst. Die Angst ist nun mein ständiger Begleiter. Jeden Gang zur Toilette zögere ich möglichst lange heraus und ich habe schon fast Panik davor, was mich erwarten könnte.
Durch das dauerhafte Liegen kann ich mich auch schlecht ablenken und am Laptop bin ich im Liegen auch nicht gerne.
Aber ich bleibe artig liegen, in der Hoffnung, dass alles noch einmal gut ausgeht und wir mit dem Schrecken davon kommen.




Kommentare:

  1. Liebe Lene,
    es ist doch ein gutes Zeichen, dass die frische Blutung aufgehört hat, du keine Krämpfe oder Schmerzen hast und sich euer Urmel mopsfidel gezeigt hat. Ich hatte in der 14. Woche auch eine Blutung (ca. 2 Stunden mensstark), zu der keine Ursache gefunden werden konnte. Nur hat mich keiner krankgeschrieben und mir gesagt, ich solle nur liegen. Eine solche Anweisung macht einen bestimmt noch extra nervös und unsicher...
    Glaub an dich und euer kleines Urmelchen :)

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  2. Oh nein, so ein Scheck! Ich drücke dir fest die Daumen, dass die Blutungen nicht wieder kommen und sich euer Urmel weiter wohlfühlt! Du arme...fühl dich fest gedrückt!

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  3. Ach Lene was für ein Schock! Sowas braucht doch niemand! Ich bin sehr erleichtert, dass es dem Urmel gut geht! Ja gemacht wird erst was ab der 24. Woche, weil die Kleinen dann lebensfähig sind. Ich wünsche dir so sehr, dass du diese magische Grenze ganz ganz schnell ohne weitere Schrecken erreichst! Ich hoffe sehr, dass du keine weiteren Blutungen mehr hast. Alles Liebe!

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  4. Ich drücke euch die Daumen! Ultramegafeste!!
    Alles Liebe

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  5. Liebe Lene
    Ich wünsche dir so sehr dass alles in Ordnung ist. Und das ist es ganz bestimmt!
    Drück dich

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