Samstag, 4. Januar 2014

Da bin ich wieder .... und hab mein kleines Tief gleich wieder mitgebracht

Eigentlich habe ich mir das anders vorgestellt. Aber von vorne:
Der Dezember war toll. Erst der traumhaft schöne Urlaub und dann nach nur ein paar Tagen Arbeit (ok, die waren stressig, aber dann ja auch schnell wieder vorbei) die Zeit über Weihnachten bei der Familie verbracht. Kaum wieder zurück Zuhause kam dann auch schon meine beste Freundin, um die Tage über Silvester bei uns zu verbringen. Es war eine schöne Zeit und der Kinderwunsch war einfach mal weit weg. Die Planung war, Anfang Januar mit der zweiten ICSI zu beginnen und bis dahin war einfach Sendepause angesagt.
Doch am Tag vor Silvester ging es dann schon langsam los und am Silvestertag selbst wurde es noch schlimmer: Ich hatte überhaupt keine Lust, Silvester zu feiern und dieses übliche Gerede ("Nächstes Jahr wird alles besser. 2014 wird unser Jahr." blablabla) hat mich einfach nur angenervt. Ich kann es einfach nicht mehr hören. Es waren einfach schon zu viele Silvester zuvor, an denen ich mir Hoffnung für das neue Jahr gemacht habe. Hoffnung, dass unser Wunsch endlich wahr wird. Jedes Jahr wieder ...... und am Ende stand ich immer wieder genauso da. Völlig unschwanger und ohne Baby. So endete nun also auch 2013. Genau wie 2012. Wie 2011. Wie ...............
The same procedure as every year.
Vorsätze für 2014 habe ich mir auch nicht vorgenommen. Was soll ich mir auch vornehmen? Schwanger werden? Wenn das mal so einfach wäre, hätten die Kiwukliniken ja keine Überlebenschance.


Am 2.1. hatte ich dann gleich eine Magenspiegelung. Kein toller Start in 2014, aber ich dachte mir, dann habe ich es wenigstens hinter mir und das restliche Jahr kann nur angenehmer werden. Die Spiegelung selbst war auch furchtbar und ich bin wirklich nur heilfroh, dass ich das nun hinter mir habe.


Am 3.1. (also gestern) musste ich dann in die Kiwu zum Blutabnehmen, um zu bestimmen, ob mein Eisprung schon war. Das Zoladex hatte ich schon im Dezember aus der Apotheke geholt und es wartete nun nur noch darauf, gespritzt zu werden. Die Schwester hatte bei der Terminabsprache auch schon erwähnt, dass ich dann wohl noch am gleichen Tag wieder kommen soll, um das Zoladex gespritzt zu bekommen. So war ich dann vorbereitet und der Nachmittag fest für einen weiteren Klinikbesuch verplant.
Als ich nach dem Blutabnehmen wieder zuhause war, war mir einfach nur zum Weinen. Ich hatte mich so auf den Start von ICSI 2 gefreut, aber jetzt, wo es losgeht, bin ich schlecht drauf. Und eigentlich weiß ich nicht wirklich, warum. Aber ich glaube, es ist einfach die Angst. Neuer Versuch bedeutet neue Hoffnung. Und somit kommt auch die Angst wieder, dass die Hoffnung vielleicht wieder enttäuscht wird und es nicht klappt. Und auch die Angst davor, das alles nicht zu schaffen, nicht mehr genug Kraft für diesen Weg aufbringen zu können. Hört sich bescheuert an, oder? Eigentlich müsste ich doch die ganze Zeit vor Freude auf und ab hüpfen, weil es endlich wieder losgeht.

Gegen Mittag rief dann die Schwester an und teilte mir mit, dass der Eisprung zwar schon war, ich aber nun erst am Montag (am Wochenende hat die Klinik nicht auf) zum Zoladexspritzen kommen soll. Dabei war doch gestern schon der 23. Zyklustag. Am Montag ist dann schon der 26. ZT, wenn ich Pech habe, hat die Blutung dann schon eingesetzt. Für mich macht es einfach keinen Sinn, warum ich diese beiden Tage dazwischen nun "verschenken" soll. Die Schwester konnte mir auch keine wirkliche Erklärung dafür geben, ihre einzige Antwort war, dass Frau Doktor es so vermerkt hat. Ok, ich will der Klinik ja vertrauen, aber für mich ist es nun einmal schwierig, etwas zu akzeptieren, was für mich überhaupt keinen Sinn macht oder unlogisch ist. Eigentlich wollte ich die ICSI entspannt angehen und alles einfach auf mich zukommen lassen, aber nun bin ich schon wieder an dem Punkt, wo die Gedanken am Kreisen sind. Und das nervt mich selbst.

Und dann kam gestern noch der Schlag, dahin, wo es am meisten weh tut: Der beste Freund von Johannes hat nachmittags angerufen und aufgeregt mitgeteilt, dass er Papa wird! Sie haben es gestern erfahren und alles ist noch ganz frisch und deshalb auch noch streng geheim. Autsch. Das sitzt. Es ist ja nicht so, dass wir ihnen kein Glück gönnen, aber es tut trotzdem unheimlich weh. Es ist ziemlich überraschend und es war nicht geplant, so wird einem auch gleich wieder unter die Nase gerieben, wie einfach das Schwangerwerden anscheinend für andere sein kann. Es ist einfach so frustrierend. Man selbst versucht alles und bei anderen klappt es einfach mal eben so ganz nebenbei. DAS tut so weh. Und für meinen Mann tut es mir einfach auch so leid, weil ich weiß, wie sehr ihn diese Nachricht getroffen hat, auch, wenn er versucht, sich für die beiden zu freuen.
Somit wird der Kreis derer, die in unserem Umfeld kinderlos sind, nun also wieder kleiner.


Jetzt müssen wir gleich los zu Bekannten - eine kleine Neujahrsfeier. Muss ich nach dem vorangegangen Gejammer noch erwähnen, wieviel Lust ich dazu habe??? Aber was soll´s, ich packe jetzt meinen Mann und meine Unlust und dann gehts los.


Und mit dem Gejammer soll auch bald wieder Schluss sein, es nervt mich ja selbst. Um das Tief wieder etwas zu bekämpfen, werde ich wieder mein "Mein Leben ist schön" - Projekt aufnehmen, das ist durch meine Abwesenheit auch zu kurz gekommen.
Jetzt werde ich die nächsten Tage aber wohl erst einmal damit beschäftigt sein, bei Euch nachzulesen, was in den letzten Wochen so bei Euch los war. Da ich unterwegs (auf meinem Handy) kein Internet habe, bin ich total raus. Aber ich hoffe mal ganz doll, dass ich nun überwiegend nur Positives nachlesen kann.




Kommentare:

  1. Liebe Lene,

    ich freue mich ganz dolle, dass du endlich wieder "hier" bist. Ich habe dich vermisst.

    Was die Stimmung angeht, willkommen Schwester - same here. Ich bin froh, dass die Feiertage vorbei sind und "frohes, neues Jahr" ging mir nur schwer über die Lippen. Nächsten Montag jährt sich der Geburtstag vom Kleinen unserer Freunde zum ersten Mal - die Geburt des Kleinen hat mich letztes Jahr an eine Art Zusammenbruch gebracht (in Folge dessen habe ich meinen Blog begonnen). Und irgendwie ist es schwer momentan.

    Was die ICSI angeht, steh ich grade irgendwie auf dem Schlauch. Hattet ihr nicht noch was zum einfrieren?

    LG
    ZweiLinien

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    1. Ich freue mich auch, wieder zurück zu sein. Habe zwar noch längsts nicht alles nachlesen können, was in den letzten Wochen in der Blogwelt so passiert ist, bin aber fleissig dabei :)
      Habe bei Dir aber eben gelesen, dass es Dir gerade ähnlich geht. Bin froh, dass nun schon der 5. ist, da braucht man bald wohl von niemanden mehr "Frohes Neues" hören ;)
      Es ist richtig, dass wir noch was eingefroren haben, wir haben uns aber entschlossen, erst noch eine ICSI zu machen. Der hauptsächliche Grund: Da eine ICSI aufwändiger ist als eine Kryo und wir zu dieser Jahreszeit weniger arbeiten müssen bzw. es etwas ruhiger ist, machen wir jetzt erst die aufwändigere Behandlung. Das hatten wir schon vor einiger Zeit so überlegt.
      Liebe Grüße und ich drücke die Daumen, dass Deine Stimmung bald wieder positiver ist und es Dir besser geht,
      Lene

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  2. Hey schön wieder von dir zu lesen!
    Mir geht es ähnlich, ich war so entspannt, habe mich irre gefreut jetzt doch noch einen Versuch zu starten, alles ist toll bla bla bla. Jetzt 3 Tage vor dem Termin in der Kiwu fühle ich mich unsicher. Ich hab genauso Angst wie du, Angst neu enttäuscht zu werden. Angst was danach kommt und und und.
    Aber - was soll´s hey, es warten drei tolle Eisbärchen auf uns und die wollen ja auch nicht ewig im Tiefschlaf liegen...gehen wir´s an unser neues Abenteuer...ich hab wieder ein bisschen neue Hoffnung in meinem Herzen und die halt ich jetzt einfach ganz fest! Irgendwie muss es weitergehen und jetzt machen wir einfach mutig wieder einen Schritt nach vorne, in der Hoffnung, dass dieser uns weiter bringt.
    Was mein Umfeld angeht...gottlob nur entfernte Bekannte: es hagelt Kinder überall, ungeplant versteht sich...es ist furchtbar :(
    Ich teile jetzt ein kleines bisschen Hoffnung mit dir, dass du wieder Mut hast auf einen neuen Versuch!
    Liebe Grüße

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    1. Dann kannst Du ja nachvollziehen, wie es mir gerade geht. Irgendwie ist es immer so bei mir. Ist der Versuch noch weit entfernt, kann ich es kaum abwarten und freue mich drauf ..... und dann kurz vorher wendet sich das Blatt. Aber ich werde wieder antreten, weglaufen gibt es nicht ;)
      Dir wünsche ich für den nächsten Versuch auch ganz viel Glück, mögen wir endlich mal positive Nachrichten erhalten!
      Alles Liebe, Lene

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  3. Juhu...die Lene ist wieder da. Ich hoffe mal, dein kleines Tief verzieht sich bald wieder. Augen zu und durch. Jeder Versuch ist eine neue Chance, egal wie er ausgeht.
    Ich drück dich
    Hanni

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    1. Ach Hanni, das hoffe ich auch.
      Ich gefalle mir auch besser, wenn ich positv drauf bin :)
      Drück Dich zurück,
      Lene

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  4. Ach liebe Lene... wie ich sehe, bin ich nicht die einzige die sich "verkrochen" hat bzw. über der eine fette schwarze Wolke gefüllt mit Traurigkeit, Wut, Machtlosigkeit usw...hängt und wir hoffen einfach irgendwie, dass dieses neue Jahr nicht so endet wir die letzten Jahre!

    Ich wünsche es Dir, dass dieser Versuch, trotz Deiner Unsicherheit und Zweifel gelingt und euer Traum endlich in Erinnerung geht! Das tue ich von ♥

    Drück Dich!

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    1. Nein, liebes Trinchen, da bist Du wahrlich nicht alleine. Hoffen wir, dass sich diese schwarze Wolke ganz bald wieder verzieht.
      Danke für Deine lieben Wünsche und Worte, ich gebe diese nur zu gerne an Dich zurück.
      Alles Liebe, Lene

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  5. Hey Lene,

    ach ich finde es durchaus okay, dass wenn es einem Scheiße geht, dass man dies dann auch einfachmal auslebt... und jetzt wo du aus dem schwarzen Loch langsam wieder raukrabbelst, musst du irgendwie versuchen dich auf das Gute im Leben zu konzentrieren und die News des besten Freundes helfen da zwar nicht aber der Ausblick auf ein eigenes Baby (an das wir alle ganz fest glauben) hilft bestimmt - ich drück euch die Daumen!

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  6. Hey liebe Lene, ich hoffe, du hast die kleine Feier noch gut überstanden. Ich kann mir schon vorstellen, dass man nicht nur mit frohem Mut auf die nächste ICSI zugeht, wenn man das negativ schon erlebt hat. Aber dennoch heißt es: Neuer Versuch und alles steht wieder auf Null. Nicht zu früh resignieren, das hilft ja auch nichts.
    Ich möchte dir einfach nur Mut zusprechen und hoffe, dass alles glatt läuft mit der Stimu. Alles Weitere sehen wir dann!
    Liebe Grüße!

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